Wochenende in Singapur

Montag, 28.02.2011

Wochenenden in Singapur sind sehr unterschiedlich. Mal kann man sich kaum entscheiden, welcher Einladung man zu erst Folge leisten soll und welche Party man auf gar keinen Fall verpassen will. Dann wiederum tut sich wochenlang nichts. Singapur scheint ausgehtechnisch tot. Was dann noch bleibt, ist Ausschlafen, zum Dinner verabreden, Baden, Museen oder Shopping.

Unser letztes Wochenende hingegen war mal wieder verrückt bis zur letzten Minute. Erst trafen wir uns am Freitag mit Kenneth und einem seiner Freunde zum Dinner im GOGORAMA –Art, Design, Fashion, Café, Gallery, alles in einem, um Gregors Geburtstag nachzufeiern, ganz traditionell mit Überraschungsständchen und einem Stück Kuchen mit Kerzchen zum Auspusten.

mehr gemütliche Wohnung als Bar, das Gogorama

Dann schlichen wir uns unerlaubter Weise in den 24. Stock des Gotham City Buildings, um die Aussicht zu genießen. Mit Fortuna auf unserer Seite war nicht nur der Concierge gerade in seiner Zigarettenpause, sondern fanden wir sogar die Tür zum „Dachgeschoss“ mit all den Wasserleitungen und Motoren für die Klimaanlage des Hauses offen vor ;).

Bonnie.......und Clyde auf Diebestour :D

Die Aussicht ein Traum. Unbeschreiblich.

aber auch nicht ganz ungefährlich...

Unsere Reise durch die Nacht führte uns, nachdem wir uns satt gesehen hatten, in den Homeclub zur –man höre und staune, wer hätte gedacht, dass es das hier gibt (!!!!)- INDI-NIGHT. Vorher trieb es mich allerdings noch ins nächstgelegene MC Donalds auf ein paar Chicken MC Nuggets und einen Ice Lemon Tee. Bei so viel Aufregung ist´s ja kein Wunder, dass der Magen grummelt!

Eine, zwei Stunden im Homeclub abgezappelt wurden wir übermütig und machten uns auf zur Butterfactory, R´n´B-Night, hätte uns das mal einer vorher verraten! Und schlagartig sank der Reiz des Abends proportional zur Tanzbarkeit der Musik! Auch dort verweilten wir nicht mehr als eine Stunde, um dann am Clarke Quay unser Glück zu versuchen. Die musikalische Untermalung war ins bodenlose gesunken und wir quälten uns so dahin. Eine Weile mussten wir der Höflichkeit halber noch verharren. Gegen 6 Uhr in der Früh ging´s dann mit dem Taxi Heim. Ein Glück zahlten wir als VIP-Gäste, Dank unserer Freunde, den gesamten Abend keinen Cent Eintritt! Das hätte wirklich teuer werden können!!!

Den wohlverdienten Samstag verbrachten wir hier…..

Villa Marina, ein Platz für Millionäre ;)

…im Pool des Villa Marina Housing-Estates. Natürlich auch nicht ganz legal. Der Pool, sowie alle Annehmlichkeiten des Estates, wie Clubhaus, Fitnessraum etc pp sind selbstverständlich nur für Bewohner gedacht. Jedoch Vitamin B ist alles ;). Nach einem herrlichen Badenachmittag endete der Samstag für mich bei Sushi, Käse und Wein :). Gregor unser Partylöwe stürtzte sich einmal mehr in die Nacht und ward bis Sonntagabend verschwunden :D.

So Dies und Das –Die nächste Runde

Montag, 28.02.2011

Ich sitze gerade zu Haus in Sembawang und scheine mir eine gewaltige Klimaanlagen-Grippe eingefangen zu haben. Seit gestern fühle ich mich etwas matschig, deshalb ist heute strenge Bettruhe an der Tagesordnung! So finde ich wenigstens Mal wieder etwas Zeit, euch ein paar witzige Details von unserem Aufenthalt im Land der viel zu frostigen Klimaanlagen zu hinterlassen ;).

Die Sage um den Ganjang Tree

Der Geisterbaum

Das ist unser Ganjang Tree hinter dem Haus. Jedes Mal, wenn Kinder in Sembawang übernachteten und feststellten, dass Gregor und ich hier wohnen, wurden wir gefragt, ob wir nachts Angst hätten. Als wir nachhakten warum, wurde uns meist nicht geantwortet. Alle schienen von unserem Unverständis, welches offensichtlich als Mut fehlgedeutet wurde, mehr als beeindruckt, beinahe erfürchtig. Als ich eines schönen Tages eine unserer Arbeitskolleginnen nach dem Hintergund all dessen fragte, verstand ich auch warum. In den meisten Ghoststories der Malayen wird der Ganjang Tree durch seine zahlreichen Luftwurzeln als Portal zwischen der Geisterwelt und unserer Realität dargestellt. Es heißt, unerfüllte Seelen würden sich in den Wurzeln verfangen und solange am Aufsteigen gehindert, bis sie ihre letzte Aufgabe gmeistert haben. Alle anderen können über die Luftwurzeln ins andere Reich übertreten. In den malayischen Horrorfilmen sind diese unerfüllten Seelen natürlich immer Poltergeister.

Generell ist Aberglaube weit verbreitet in Singapur. Auch in unserem Block 5 kursieren einige Geschichten von paranormalen Ereignissen. So wurde uns beispielsweise vor einer Weile von diesem Mann erzählt, der pötzlich mitten in der Nacht bei den Toiletten für die Kinder aufgetaucht sei und angefangen habe, gegen die Türen zu schlagen und die Telefonleitungen wild blinken lies,  obwohl niemand die Aparate benutze. Gesehen wurde er durch eines unserer Kinder, das angeblich „sehen“ kann, als sie im Block 5 übernachteten. Und dies war nicht die einzige Geschichte um die selbe Gestalt. Seit dem letzten Vorkommnis dürfen keine Kindergruppen mehr dort campen.

 

Der Glaube an Reinkarnation und ein „Leben nach dem Tod“, wenn auch in einer anderen Form als der eines menschlichen Körpers, ist hier keine Seltenheit, wie ich bei einem Gespräch mit einer Arbeitskollegin in ihren 50gern erfuhr. Man glaubt fest an die Existenz „verirrter Seelen“ und deren Gutartigkeit. So wird in alten Geschichten und Mythen überliefert, man solle sich der Gestalt ruhig und ohne Angst nähern, um ihr dann begreiflich zu machen, dass sie ein Geist sei und nicht mehr in diese Welt gehöre. Man geht weiterhin davon aus, dass „verirrte Seelen“ auf der Erde immernoch fest durch die Liebe zu Familie und Freunden verankert sind, ohne jedoch selbst zu wissen, was sie sind, sondern in dem unerschütterlichen Glauben, es habe sich nichts verändert auf Erden wandeln. Erst duch die vermeintliche Ignoranz der geliebten Menschen würde es zu Frustration und negativen Auren kommen. Deshalb besteht in vielen Kulturen das Ritual der mehrwöchigen Totenwache. Es wird davon ausgegangen, jede Seele kehre an den Ort ihres vergangenen Lebens zurück bevor sie für immer gehen kann. So wird beispielsweise die Seite des Bettes, die einem verstorbenen Familienmitglied gehörte, aufgeschlagen und mit Reis oder Mehl bestreut und bleibt sonst unsangetastet. Es ist eine Einladung sich noch ein letztes Mal nieder zu lassen und dann für immer Abschied zu nehmen. Durch Reis oder Mehl kann die Familie dann die Anwesenheit des geliebten Familienmitgliedes sehen.

  

Dessert auf Chinesisch

Es ist so Brauch im schönen Asien, dass Neuankömmlinge zum traditionellen Essen ausgeführt werden. Und natürlich wird dann nur das Beste des jeweiligen Landes aufgetischt. In unserem Fall führte die Reise gemeinsam mit Gregors Mom, unserer Managerin, ihrer Schwester und einer weiteren Arbeitskollegin in ein chinesisches Dim Sum Restaurant in Chinatown. Bis hier hin alles kein Problem. Von Prawn-Puffs über Black Pepper Crap hin zu Fried Rice alles schon gesehen und probiert. Dann kam es zum ersten Mal zum Dessert auf Chinesisch! Das teuerste auf der Karte wurde bestellt. 55 S$, ein Vermögen, für eine kleine Schale mit weißen Flocken in einer durchsichtigen Flüssigkeit mit ein paar Mini-Pflaumen am Boden.

Das Dessert *Trommelwirbel*

Kann ja eigentlich nicht so schlimm werden. Dran geschnüffelt und mutig den Löffel gehoben. Auch als mir meine Managerin leise ins Ohr säuselte, was ich gerade im Begriff war zu probieren, führte ich die vermeintliche Gelatine weiter zum Mund. Und lies mir das getrocknete und mehrmals aufgekochte Fett eines weiblichen Waldfrosches eingelegt in Pflaumen auf der Zunge zergehen.

Der Geschmack würde jedem Diabetiker einen sofortigen Krankentransport mit anschließendem merwöchigem Krankenhausaufenthalt garantieren. Vom Frosch ist nichts zu schmecken! Komisch ist es mit dem Wissen, um den Frosch in meinem Essen, obwohl ich ihn nicht als solchen identifizieren kann, schon!

Probiert´s mal aus, es wird euch umhauen ;).

 

Pasta de Waraku

….ist ein japanisches Pasta-Restaurant!! Italienisch auf Japanisch sozusagen. Pasta wird hier überwiegend mit Meeresfrüchten jeglicher Art und auch gern mal schwarz eingefärbt serviert. Das Menü liegt nicht nur, wie bekannt, am Eigang aus, sondern wird sehr anschaulich durch Plastikimitate im „Schaufenster“ der Lokalkette präsentiert!

Plastik-Food im Schaufenster

Neben japanischem Pflaumenschnapps gibt es diverse Sodas mit beispielsweise Durian Flavour und Smoothies der besonderen Art….

i woukd ever choose a strawberry-cheese-cake-smoothie

Was ihr hier seht, ist die Königin der Geschmacksexplosionen und wahrscheinlich auch Kalorienbomben, aber wer denkt darüber schon so genau nach: Ein Erdbeer-Käsekuchen-Smoothie mit echten Kuchenkrümeln, Sahne, Erdbeereiscremé und frischen Früchten. Den Laden kann ich nur empfehlen!!!! Die sind verrückt die Japaner…..

Übrigens auch die Pasta ist klasse. Jedes Gericht kann scharf oder mit viel oder wenig Knoblauch bestellt werden, wer will, gern auch beides ;).

 

Salam

Als ich mich neulich auf den Weg in die Stadt machen wollte, liefen mir zwei der vier Kinder der indischen Familie von nebenan direkt in die Arme und überschütteten mich auf dem Weg zum Tor mit Fragen. Sie fragten wo ich herkäme und verstanden dennoch anscheinend nicht, was ich sagte. Trotz meiner deutlichen Antwort, ich sei aus Deutschland, glaubten sie fest daran, ich sei Amerikanerin. Ich versuchte ihnen zu erklären, dass Deutschland NICHT in Amerika liegt, jedoch ohne Erfolg. Meine weiße Haut und der Akzent war für sie Beweis genug. Und das, obwohl mir doch alle Freunde und Kollegen die singapurische Sprachmelodie anhängen wollen. Am Tor wurde ich dann, das erste Mal, traditionell verabschiedet. Der 7jährige Junge reichte mir die Hand durch die Gitterstäbe des Eingangstores, drehte sie zusammen mit meiner eigenen um 90° und führte meinen Handrücken mit den Worten „Salam“ an seine Stirn. Ich war fasziniert (!!) und starte den kleinen Mann wie gebannt an. Dann lies er mich los, seine Schwester winkte mir zum Abschied und ich schritt beschwingt von dannen.

Gesehen hatte ich den Gruß schon des Öfteren in unserem Center. So grüßen Malayen ältere Personen aus ihrem Familien- oder Freundeskreis. Personen, die ihnen oder ihren Familienmitgliedern nahe stehen. Eine Höflichkeitsfloskel, wenn man so will. Allerdings war ich bisher noch nicht zu der Ehre gekommen, so gegrüßt zu werden!

 

Unsere Profs in Singapur

 Vor genau zwei Wochen war eine ausgewählte Delegation unserer Professoren in Singapur, wie ich im letzten Blog bereits erwähnt hatte. Wir arbeiteten eine Woche gemeinsam mit verschiedenen Trägern der Sozialen Arbeit an dem genauen Lehrplan für den Diploma-Kurs im Sommer. Zwei harte Sitzungstage und der Spuk war vorbei ;). Neben den interessanten Gesprächen zwischen den verschiedenen Vetretern der FH und den Abgesandten der Träger, blieb genug Spielraum für ausgedehntes Sightseeing, bei dem Gregor und ich einmal mehr unsere Reiseleiter-Skills erproben durften. Sogar für uns gab es noch Neues zu entdecken! So genossen wir beispielsweise unsere Tee-Break im berühmten Raffles Hotel bei einem Singapore Sling, dem hauseigenen Cocktail und gleichzeitig dem Nationalgetränk von Singapur. Innerhalb einer Woche schon aneinander gewöhnt fiel der Abschied am Flughafen nicht mehr ganz so leicht. Das wunderbare Sushi vor Ort half jedoch über den gröbsten Schmerz ;). Wir hatten neben ein wenig Arbeit auch eine Menge Spaß. Dennoch verabschiedeten wir unsere Professoren neben dem weinenden auch mit einem lachenden Auge, Block 5 wir kommen!!!! Umso schöner und aufregender für unseren Wuschlkopf, der stolze vier Wochen darauf warten musste ;).

 Vor allem aber vielen lieben Dank an die fleißigen Kuriere meiner Souvenirs!!! Ohne die Hilfe hätte ich wohl oder übel für zwei buchen müssen ;).

Frohe Weihnachten Spezial

Montag, 28.02.2011

Etwas verspätet aber nun schlussendlich doch ;). Unser Weihnachtsfest verbrachten wir (Gregor, meine Mom und ich) bei unseren Kindern in Block 5, die zum großen Anlass eigens ein Bühnenprogramm einstudiert hatten. Im Kleidchen und offenen Schuhen, gerade recht herausgeputzt in Ermangelung eines Weihnachtsbaumes, ging´s also los….. Ich hatte meine Kleinen schon eine Woche nicht mehr gesehen und genoss die Zeit mit meiner Mom beim Stress-Sightseeing. Nur um sicher zu gehen, dass sie nichts wichtiges in diesem Teil der Erde verpasst ;). Auch unser Wuschlkopf leistete seinen Beitrag zur Weihnachtsinszenierung durch eine Rezitation eines deutschen Gedichtes, bei der aber auch wirklich alle in tiefes Schweigen verfielen. Die englische Übersetzung folgte natürlich auf dem Fuße! Ich lehnte mich entspannt zurück und genoss es, auf Arbeit ausnahmsweise gar nichts tun zu müssen und mal die Kinder für mich arbeiten zu lassen :D. Trotz Leistungsgesellschaft zeigte sich das eher westlich orientierte Singapur mit Halbtagsarbeit an Weihnachten gütig. Es blieb also noch genug Zeit für meine Mom ein Weihnachtsgeschenk für mich zu finden, den Botanischen Garten zu bewundern…

Weihnachtsdeko im Botanischen Garten

Und eine Fußmassage in Chinatown zu genießen, wo wir wenig später auch unseren ersten Liondance bewundern durften. Damals wunderten wir uns alle, was der Krach, die bunten Farben und der Menschenauflauf wohl zu bedeuten haben. Wir dachten an eine Hochzeit oder etwas ähnliches. Heute sind zumindest Gregor und ich schlauer! Schlussendlich erwartete uns ein Festmahl in einem Steakhouse am Clarke Quay. FLEISCH (!!!) für horende Preise in allen Variationen –gegrillt, paniert, gebraten, als Gulasch in Soße oder als Salattopping- aus Australien. Ein Hochgenuss, trotz des Preises. Danach noch ein Cocktail am Boot Quay um die Ecke

Die beiden Weihnachtswichtel

 und dann pünltlich um Mitternacht unsere Bescherung in kleiner Runde.

All die guten Gaben Fröhliche Weihnachten *grins*

MERRY X-MAS sendeten uns auch unsere Lieben von Daheim in einem großen Christmas-Care-Paket  mit allen tollen, typisch weihnachtlichen Dingen aus Deutschland. Neben Marzipankartoffeln, mit denen wir hier sicher handeln könnten, der traditionellen Teemischung, die ein bisschen wie Glühwein schmeckt und Traubenzucker, den in Singapur so gut wie niemand kennt, fanden wir Spekulatius und Christbaumschmuck mit den besten Wünschen und den Namen unserer Lieben. Wir haben ausgepackt, gestaunt, gelacht und mit Papier nur so um uns geschmissen, wie die Weltmeister. DANKE : Lachend. Die Überraschung ist euch mehr als gelungen Lächelnd !

Silvester verbachten Gregor und ich getrennt voneinander. Er in Singapur auf einer Hausparty bei Freunden und ich in der prallgefüllten, zu einem Gala-Dinner hergerichtetem Lobby eines 5 Sterne Hotels in Indonesien auf der Insel Batam mit meiner Mom. Batam liegt nur 45 Fährminuten direkt vor Singapur und bietet im Gegensatz zu Singapur Ruhe und schöne Strände. Genau das hab vorallem ich dringend gebraucht. Eine Woche Urlaub vom Land des ewigen Lärms und den nie enden wollenden Menschenmassen. Mein neues Jahr startete mit einem Aufgebot an kulinarischen Köstlichkeiten aus allen Herren Ländern, welches einem königlichem Empfang zur Ehre gereicht hätte!!!

HAPPY NEW YEAR ;)

Gong Xi Fa Cai

Dienstag, 08.02.2011

Happy Chinese New Year meine Lieben!! Seit Mittwoch hab ich frei. Chinesisch Neujahr steht vor der Tür und treibt die Singapurer aus den Shoppingzentren nach Haus zu ihren Familien. Shoppingszentren und Foodcourts bleiben in den ersten drei Tagen der Vorsicht halber geschlossen. Wer möchte sich schon freiwillig mit seinen Schicksalsgeistern anlegen ;). Mittwoch hieß das für mich HALBTAGSarbeit *freu*. Nach zwei Uhr stand allerdings noch ein Meeting an. Dem folgte das traditionelle LOWHEI, mixen von verschiedenen Gewürzen und Gemüsearten, sowie rohem Lachs mit Chopsticks.

LOWHEI ;)

Diese Schale wird in der Mitte des Tisches platziert, jeder am Tisch bekommt ein paar Stäbchen und dann wird um die Wette gemixt. Während man alles wild durcheinander wirbelt, werden laut Wünsche für das neue Jahr ausgesprochen, wie Glück, Gesundheit, Erfolg oder Geld.  Dabei gilt: Wer seine Chopsticks beim Mischen am höchsten hält, dessen Wünsche gehen am ehesten in Erfüllung und werden am längsten anhalten. Das gibt ne ordentliche Sauerei danach, kann ich euch sagen XD.

Und dann husch, husch ins IKEA und noch ein paar Besorgungen für´s Center erledigt. Jap IKEA gibt’s hier auch ;). Mit dem Aufräumen liesen wir die Anderen erfolgreich stehen :D. Letztendlich endete der Tag für mich gegen 7 Uhr nach einer Hetzjagd um zwei Mandarienen für den Besuch im Tempel am nächsten Tag. Es ist Brauch bei jedem Besuch über Chinesisch Neujahr exakt ZWEI Mandarienen  beim Gastgeber abzugeben. Theoretisch könnte man auch eine oder drei Mandarienen mitbringen, all das sind im chinesischen Aberglaube Glückszahlen. Die Vier widerrum klingt in der chinesischen Sprache eher wie der Tod und sollte deshalb besser vermieden werden. Sie sollen Glück für´s neue Jahr bringen und sind ein Symbol für Gold und Wohlstand. Womit das genau zusammenhängt, müsst ihr allerdings selbst herausfinden. So genau hab ich mich damit noch nicht beschäftigt. Aber was ich euch verraten kann: Chinesisch Neujahr schreibt Krach und rote Kleidung vor. Laut der Sage um besagte Tage, kommt in der Zeit des Jahreswechsel der Geist eines riesenhaften Hundes auf die Erde und treibt sein Unwesen. Dieser ernährt sich gern von den kleinsten Stadtbewohnern und lässt sich nur durch Lärm und rote Kleidung schrecken. Wenn ihr das Ganze genauer unter die Lupe nehmen wollt, checkt Wikipedia, da ist´s ganz nett beschrieben! ;)

Chinesisch Neujahr nimmt im Übrigen einen Zeitraum von zwei Wochen ein und geht somit dieses Jahr vom 03.02. bis zum 17.02.. Kein Vergleich zu unserem westlichen Neujahr, ein einziger Tag und das war´s dann bis zum nächsten Jahresende. In Asien wird sich eben für so ziemlich alles richtig Zeit genommen, vom Haarewaschen bis zum Neujahrsfest, keine Eile :D. Allerdings findet ihr mich schon wieder pünktlich zum Wochenbeginn fleißig im Center bei den kleinen, süßen Plagen‘ :D. Wer feiern kann, kann hier wohl auch arbeiten….Wirkliche Feiertage sind nämlich nur die ersten 3!

Meinen Donnerstag verbrachte ich staunend erst in den Woodlands, Bukit Batok um genau zu sein, und dann in einem traditionellen chinesischen Tempel bei vegetarischem Essen.

In Bukit Batok war ich bisher ein einziges Mal, zum Teamretreat. Es liegt ziemlich außerhalb der Stadt, genau wie mein vorrübergehendes Heim. Neben relativ kleinen Häuschen (gerade mal 9 Geschosse) fand ich in Bukit Batok viel Grün, ein riesiges Naturreservoir, welches mit anderen in Singapur verbunden ist und Berliner Vorstadtathmosphäre mit verlängerten Öffnungszeiten und doch irgendwie ganz anders. Schon eher meine Kragenweite anstatt der Hauch kleines, gemütliches Fischerdörfchen, ab vom Schuss in Sembawang.

Vorsicht Durians .... XD

Nach dem Ausflug in die „Natur“ (In Singapur ist jedes Bäumchen, jeder Stein, jeder Berg geplant und künstlich herbeigeführt. Natürlich gewachsen ist hier schon lange nichts mehr. Inselplanung ist alles!) stoppte ich mit einer meiner Arbeitskolleginnen und meinem monströsen Stück Schoko-Kuchen, welches sie mir vorher in die Hand gedrückt hat, beim Liondance.

Liondance in vollem Gange

Der Liondance ist das alljährliche Ritual zur Vetreibung böser Geister, welches das neue Jahr einleutet. Es beginnt in Kirchen und Gebetshäusern jeglicher Art und weitet sich über die Tage des Chinesisch Neujahrs bis auf Shoppingzentren, kleine Geschäfte in Hochhäusern und Foodcourts aus. Der Liondance geht zurück auf einen Mönch, der im Traum die Erde unter der Herrschaft böser Dämonen gesehen hat und daraufhin seine Götter um Hilfe bittet. Diese prophezeiten, ein Löwe würde die Bevölkerung vor allem Übel schützen. Der Mönch wiederum begann sofort mit der Arbeit an einem entsprechenden Kostüm. Begleitet wird der Liondance von Trommeln und Beckenschlägen. Umso mehr Krach, desto besser!!

Nach traditionellem Liondance entführte mich mein Arbeitskollegin in den Tempel ihrer Tante zum vegetarischen Festtagsmahl. Dabei traf ich auf einen Schweizer, der mich mit seinen Deutsch-Kenntnissen völlig vom Hocker riss. Eigentlich ist es ja kein Geheimnis, dass Schweizer die deutsche Sprache beherrschen, dennoch war ich in diesem Moment nicht darauf gefasst :D. Vor lauter Schreck faselte ich einfach englisch weiter. Wie dusselig….

Mein Tag endete, so wie er begann, mit einem langen Spaziergang durch einen nahegelegenen Park und dem Besuch der restlichen Familie meiner Arbeitskollegin. Und überall gab´s Mandarinen, wo du nur hinschaust! So viele Mandarienen, wie in den letzten Tagen, habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gegessen :D.

 

Den Freitag, ebenfalls noch offizieller Feiertag, verbrachte ich im Wohnsitz des Präsidenten, der ISTANA, mit gefühlten 300 anderen Menschen, Einheimischen wie auch Deutschen, Italienern, Spaniern, Russen, Franzosen und allem, was das Herz sonst noch so begehrt. Eis gab´s natürlich auch ;).

Ich auf königlichem GRÜN

An den Neujahrsfeiertagen der verschiedenen Religionen ist die Istana ausnahmsweise geöffnet und für Besucher inklusive der ersten Etage des Herrschafts- und Wohnsitzes auch legal zu besichtigen ;).

Das Wohn- und Regentschaftshäuschen des Präsidenten –Wobei nach Angaben von Eiheimischen soll der lieber in seiner 4 Zimmerwohnung irgendwo nahe der East Coast residieren.

Nach satten 3 Stunden hatte ich dann auch wirklich alles gesehen und sogar ein Eis genossen :D. Es war eindeutig Zeit für…..

…..das hiesige Hard Rock Café!!! YEAH!!!

Am Samstag lud der Bigboss von Beyond, meinem Träger, zum Lunch. Also folgten wir lammfromm. Das gute Essen genossen wir eine Stunde und dann konzentrierte sich jeder tunlichst darauf möglichst schnell die Kurve zu kratzen :D. Den Rest des Tages war ich schwer damit beschäftigt, den strahlenden Sonnenschein auf blauem Grund in vollen Zügen zu genießen!!

An meinem letzten freien Tag endete ich wieder mit Pei Ling in einem Shoppingzentrum. Die scheinen hier eine höhere Bedeutung zu haben als Nachtclubs. Wir machen uns schick für´s Nachtleben, die Singapurer für´s Einkaufszentrum am Wochenende. Verrückt!!

So verbrachte ich mein Chinessich Neujahr ganz traditionell im Kreise einer chinesischen Familie mit allem was dazu gehört, inklusive Delikassen wie Pineapple-Tards und Love-Letters. Und danach sicherlich auch sehr traditionell im Einkaufzentrum meines Vertrauens ;).

Gregor bekam von alldem nichts mit. Der hält sich lieber an der thailändischen Küste auf und genießt in Ruhe die Sonne in vollen Zügen :). Ganze zwei Wochen darf sich der Schuft die Sonne auf den Pelz brennen lassen, eine ist vorbei, bleibt noch eine Woche für mich und dann kommt nebst Gregor gleich unsere gesamte Professorenschaft zu Besuch. Das kann ja heiter werden :D.

Shopping extrem ;)

Sonntag, 30.01.2011

Shopping extrem ;)

Gestern musste ich spontan doch nicht arbeiten und habe mich mit meiner Managerin, die ebenfalls überraschend frei hatte auf eine Shoppingtour getroffen. Eigentlich wollten wir zum Flohmarkt nahe Clarke Quay und vorher noch an einem monströsen Bastel- und Nählädchen anhalten, in dem man so ziemlich alles kriegt, was mein Schneiderinnen-Herz begehrt. Aber es kam alles anders als gedacht. Letztendlich endeten wir von 12 Uhr bis 20.30 Uhr shoppend rund um die Orchard Road. Vom wohl größten Einkaufzentrum der Straße, dem ION, in dem ich noch NIE zuvor auch nur einen Laden, mit der Absicht etwas zu kaufen, betreten habe –außer die Post ;), ging´s weiter zum Plaza Singapura und dort dann ebenfalls einmal von oben nach unten. Pausiert wurde nur zum Lunch, selbst das Eis für zwischendurch, hab ich mir auf dem Weg vom ION zum Plaza Singapura im Gehen schmecken lassen. Natürlich begann es auf der Stelle zu schmelzen. Auf unserem Weg entdeckte ich die Chinese New Year Deko. Die Häschen direkt an der Straße sind mit Chrysanthemen der verschiedensten farben geschmückt. Es ist das Jahr des Hasen, mein Sternzeichen im Chinesischen Kalender. Das wird dann wohl mein Jahr was ;).

Völlig überfordert mit dem plötzlichen Regenschwall, der über uns hereinbrach und dem Versuch noch schnell ein Foto von den Häschen zu schießen, fand ich einen nicht geringen Anteil meines Eis wenig später auf mir verteilt, statt in meinem Magen…..humpf…..XD. Etwas betrallert kämpften wir uns dann zum nächsten Unterschlupf durch.

Auf dem Weg entdeckte ich das:

Die haben hier doch tatsächlich ein Charly Brown Café. Gesehen und kurzerhand fotografiert. Ist wohl eine lokale Geschichte, meinte Pei Ling. Heißt es ist einzigartig?! :) Es sht versteckt in einem Hinterhof und ist eigentlich klein und recht gemütlich. Das hätte ich wohl nie allein gefunden :D. Schon wieder Glück gehabt! ;)

Den Tag verbrachten wir lachend und giggelnd in diversen Shops. Ich war für den ein oder anderen Anrämmpler zu haben und war eigentlich mehr damit beschäftigt, mich ständig zu entschuldigen als wirklich den Blick nach eventueller Beute schweifen zu lassen :D. Dennoch ging ich mit nichten leer aus ;).

Am Ende des Tages wurde mir schlagartig klar, was es bedeuten muss, 80 Jahre alt zu sein. Meine Fresse haben mir die Unterschenkel wehgetan :D. Da half nur Tigerbalm. Der Gute!! Schlagartig konnte ich nach zwei schlaflosen Stunden doch hinwegschlummern. Die Cremé  vollbringt wirklich Wunder!!

Letztendlich versuchen wir es morgen noch einmal mit dem Flohmarkt. Direkt nach Arbeit, dann ist wenigstens genug Zeit zum Stöbern ;)

 

It´s raining man… hallelujah

Heute hatte ich eigentlich geplant, gleich nach dem Aufstehen nochmals in den Shopping-Dschungel einzutauchen und ein paar wirklich notwednige Besorgungen zu machen. Leider macht mir der eigentlich vorbeigeglaubte Monsun gerade einen gewaltigen Strich duch die Rechnung. Schon der Weg zur Toilette ist eher eine Abenteuerreise als alles andere. Über reisende Flüße durch einen niagarafall-artigen Wasserfall, der vom Dach zu kommen scheint, vorbei an Aquaplaning und mit letzter Kraft die faustgroßen Tropfen von oben mit dem Schrim abgewehrt. Wer heute schon geduscht hat, ist selber schuld :D. Ab und an erhellt ein Blitz meinen Arbeitsplatz, dicht gefolgt von einem ordentlichen Donner, der in nachhallendes Grollen übergeht. Thor schwingt seinen Hammer heute kräftig zur Party ;). Anscheinend soll ich mich heute gnadenlos daheim entspannen ;)!

Schon gestern ereilte mich und meine Managerin Pei Ling ein monsunartiger Regenguss beim Eis essen direkt auf der Orchard Road, der Einkaufsmeile für Touristen mitten in der Stadt. Weit ab von jeder MRT-Station unter einen Schrim der größe XS gequetscht, versuchten wir zumindest nicht völlig durchzuweichen. Der Erfolg war eher minder, aber hey, auch das trocknet wieder :). Den Rest des Tages verbrachten wir auschließlich Indoor, wie ihr euch sicher anhand meiner Schilderung des Shoppingsmarathons denken könnt. Ob die Welt um uns herum zusammenbricht oder nicht, war erstmal zweitrangig. Sturm und Gewitter konnte uns nichts mehr anhaben. Auf meinem Weg nach Hause hat es kurz etwas nachgegebn als ich von der Bushalte zu unserer Residenz geschwebt bin. Noch von der erfolgreichen Beute beflügelt bin ich über Pfützen und Sturzbäche gehüpft ohne wirklich erwähnenswert nass zu werden. Todmüde aber bis in die Zehenspitzen aufgekratzt, kam ich trocken in meinem Heim an :). Kaum mein Fenster aufgerissen um der kühlen, erfrischenden Luft von draußen Eintritt zu verschaffen, brach der Himmel über mir mit der Lautstärke einer Panzerbrigarde zusammen. Blitz und Donner liesen nicht lange auf sich warten. Pünktlich zum Buzeln also auch noch ein ordentliches Gewitter. Wenn das nichts ist :). Das entschädigt sogar für die Badewanne, die meine geschundenen Beine dringend nötig gehabt hätten. So viel Bewegung bin ich hier gar nich mehr gewohnt. Sonst fährt man doch überallhin mit der Rolltreppe Ich frage mich, wann das Laufband von Laden zu Laden installiert wird. Dass da noch niemand drauf gekommen ist ;)……

Letztendlich hab ich mich doch noch Mal rausgewagt. Halbwegs trocken hab ich´s bis zur Mall und zurück geschafft :). Der Regen hat extra für mich nachgelassen..schon wieder Glück gehabt ;).

So Dies und Das

Sonntag, 30.01.2011

Glück-Sharing funktionieeerrrt *strahl*

Ich glaube das Geteilte Glück trägt langsam Früchte ;). Seit der Teilübertragung Gregors Glücks auf mich erwischen unser Wuschelköpfchen und ich auffällig regelmäßig unsere Anschlussbuse ohne größere Wartezeiten. Normalerweise ist das mindestens 10 minütige  Päuschen zum Däumchen drehen eingeplant. Und das sind nicht die Einzigen „Zufälle“,  auch beim Kauf des Geburtstagsgeschenks für meine mom hatte ich so gesehen mehr Glück als Verstand. Zudem schleichen sich zusehends 5 und 20 Cent Stücke vor meine Füße, die dieses Mal warten sie ungesehen von allen anderen darauf, von mir aufgehoben zu werden, statt sich von allen anderen aufheben zu lassen und vor mir zu tarnen. Vielleicht werde ich jetzt doch zum Glückskind?!

Suggestion ist alles!!!! ;)

Chinese New Year Steht vor der Tür -Ich vor dem glückbringenden, roten Drachen!!

 

Petition: Curry Chicken all over the year!

Ich vermisse mein Curry Chicken!!! Nicht weit von unserem geliebten Block 5 gibt’s einen dieser Coffee-Shops, das Eastern Café ( Es ist eigentlich kein Café, wie wir es kennen, sondern ein Schnellrestaurant mit Fastfood der anderen Art aus mehreren kleinen Ständchen. Es kann gewählt werden zwischen indischer (hallal) und chinesischer Küche. Ein bisschen wie ein Mini-Foodcourt. Sitzgelegenheiten gibt´s auch. Die uten Plastikstühle aus der DDR ;).). Dort fanden Gregor und ich beinahe zu jeder Lunchtime unterschlupf. Es gab Curry Chicken von einem Chinesen, dass auf der Zunge zerging. Das Fleisch löste sich beinahe nur vom Ansehen vom Knochen des Drumstick und schön scharf war´s auch noch…..Und dann….vor ziemlich genau 24 Tagen der SCHOCK. Er ist im Uuuulaaaaauuub! Wie kann er nur!!! Seine Vertretung: zwei alte Damen. Der Geschmack: FAAAAAD ist stark untertrieben!!! Nun schmachte ich seit beinhae einem Monat nach meinem geliebten Curry Chicken. Ganze vier Wochen, meinten die Damen, sei er nicht verfügbar. Aus lauter Verweiflung habe ich jedes andere Curry Chicken im Umkreis probiert. Aber es ist einfach nicht das Selbe!!! Wo ist mein Curry-Chicken-Mann??!!! Ich bete zum heiligen Curry Chicken Gott, dass er wirklich nächste Woche wieder da ist!!!!! Und dann will ich sein Rezept!! :D

 

Haarwäsche

Ich hab mir vor nicht allzulanger Zeit ausnahmsweise eine professionelle Haarwäsche gegönnt und war mehr als überrascht!! Haare waschen ist nicht mehr das notwendige Übel, sondern ein fest der Sinne. Statt dem lieblosen Rumgekratze und –gewurschtel, was einen normalerweise in deutschen Salons erwartet, wird man hier mit einer 20 minütigen Kopf- und Schultermassage verwöhnt, während beinahe unbemerkt schamponiert und abgespült wird. Das ganze passiert auch noch im Liegen. Ganz so als ob man direkt noch beim Schlafen im eigenen Bett frisiert wird. Einmal komplett Entspannen lässt sich dann für 18 Sindoller, umgerechnet ca. 10 Euro, auch noch locker bezahlen J.  Was es hier nicht alles gibt. Singapur macht´s möglich…..Das Land der Entspannung und inneren Ruhe, ich sag´s euch ;).

 

Die Schattenseiten

Trotz aller Möglichkeiten an jeder Ecke bei einer Massage oder Haarwäsche die Seele baumeln zu lassen, gibt´s auch hier Schattenseiten, wie überall. Da wären beispielsweise all die kriminellen Geschichtchen um die hiesigen Hausmädchen.

Ein paar Fakten am Rande: In Singapur scheint es der Norm zu entsprechen, ein Hausmädchen für Haushalt und Kinderbetreuung zu beschäftigen, sofern man Teil einer Mittelklassefamilie oder bessergestellt ist. Deshalb hat die Generation über mir und Gregor in Singaur bereits das Kochen und die Haushaltsführung im Allgemeinen schlichtweg verlernt. Gregor und ich sind mit unseren Kochkünsten und dem Putz- und Waschknowhow hier die asoluten Exoten, von meinen Nähkenntnissen und der deutschen „Lass mich mal ran, ich kann das reparieren!“-Natur einmal ganz ab ;). Auch unsere Computerskills, von einfachen Schritten, wie ‚Wie bediene ich mein Word richtig‘ bis hin zum Recovern des Rechners, wirken eher befremdlich. Aber das nur Nebenbei. Zurück zu den Hausmädchen. Da meist beide Elternteile arbeiten, um sich die horenden Mieten in Singapur leisten zu können, will man dann wenigstens den Luxus erfahren, sich abends, müde von der Arbeit, ins gemachte Bett legen zu können. Früher waren die meist philipinischen Mades für den Hausputz, warme Mahlzeiten und die Kinderbetreuung zuständig. Da sie allerdings sehr gut Englisch beherrschen, ist der staatlich festgelegte Lohn nicht eben gering. Neuer Trend scheinen somit junge Frauen über 23 aus Indonesien. Keine Englischkenntnisse und somit billiger. Ihr Gehalt entspricht dem eines Studentenjobs, 400 S$ im Monat. Eigentlich auch eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass Unterkunft und Verpflegung vom Arbeitgeber getragen werden. Diese Hausmädchen sind aufgrund fehlender Sprachkenntnisse in der Regel nur noch für die Haushaltsführung verantwortlich. Sieht man allerdings mal genauer hin, sind viele der vermeintlich 23jährigen Frauen noch Kinder im Alter zwischen 14 und 16 Jahren, die Singapur als ihr Portal zum großen Glück sehen. Ganz wie für uns in früheren Zeiten das aufstrebende Amerika probagiert wurde. Vonwegen zum Tellerwäscher zum Millionär und ähnliche Scherze. Nur heißt es hier wohl eher, vom Made zur wohlhabenden Ehefrau?! Es häufen sich Fälle, in denen eben diese Kinder aus Unzufriedenheit mit dem Arbeitgeber das pflegebedürftige Kind oder den hilfsbedürftigen Senioren der Familie mit viel Fantasy töten. So trat ein ca. 12jähriges, querschnittsgelähmtes Mädchen beispielsweise den unfreiwilligen Freiflug aus dem 12. Stock an. Es sei auch schon von Fällen berichtet worden, indenen diverse Gifte über Monate dem Essen beigemischt worden und am Ende den Tod einer ganzen Familie herbeigeführt haben. Auch vor Gericht zeigen diese Mädchen keine Reue,  sondern fühlen sich im Recht. Ihre Strafe ist ihnen gleich. Wahrscheinlich sind selbst die Lebensumstände im singapurischen Knast komfortabler als die im eigenen Herkunftsland. Fäller wie diese wurden oder werden in einer eigens dafür erdachten abendlichen Unterhaltungsshow gesammelt und aufbereitet. Da ich allerdings kein lokales Fernsehen in meinem Zimmerchen besitze, kann ich nur vom Hören-Sagen sprechen. Interessant fand ich diesen Fakt dennoch.

Glück-Sharing

Dienstag, 11.01.2011

In Singaur wird so ziemlich alles geteilt, das gebietet schon die Höflichkeit. Wenn du was hast, dann teils gefälligst auch mit Anderen, wie Nachbarn, Verwandten, Freunden, oder denen, die es nötig haben.

Vor ca. 4 Stunden fand Gregor -der Glückskeks- nicht weit von unserer Arbeitsstelle AUF der befahrenen Straße direkt neben dem Gehweg einen 10 Singdollerschein. Den Damen, die vor uns gingen, gehörte er nicht. Sonst war niemand zu sehen. An der Bushaltestelle verfielen wir prompt in eine Diskussion über Glück vs. harte Arbeit und deren Entlohnung. Wir kamen zu dem Konsens, dass Gregor eindeutig der Glückspilz von uns beiden ist und ich eher weniger. Um symbolisch etwas von seinem Glück auf mich zu übertragen, stopfte er mir den Schein kurzerhand in die Tasche. Mal sehen ob´s hilft.....wäre ja nich verkehrt :)

Wer braucht schon einen Kobold am Ende des Regenbogens, wenn er einen Gregor hat?! ;)

Wir werden davon entweder ausgiebig Schlemmen oder es in eine Fußmassage investieren! :) Je nach dem, was sich eher anbietet ;).

Trotz absoluter Müdigkeit wollte ich euch noch schnell die kleine Geschichte hinterlassen. "It made my day!", wie ich hier sagen würde. Und hoffe, euch bringts zum Lächeln, wenigstens ein Klitzebisschen.

Gute Nacht meine Lieben,

Eure Dani

Pitsch Patsch Alles Nass :D

Montag, 10.01.2011

Heute regnet es zum ersten Mal den gesamten Tag!! Herrlich. Der Regen und das leichte, kühle Lüftchen, was er mit sich bringt, vertreibt mit Erfolg all die verbrauchte Luft aus der Stadt. :) Ich hab schon beinahe vergessen, wie entspannend es ist, bei geöffnetem Fenster einfach nur im Bett zu liegen und den Geräuschen der herabfallenden Tropfen zu lauschen. Und es riecht so unwiderstehlich gut!!! Der Geruch von frisch gefallenem Regen ist anscheinend doch überall derselbe. :))

Will man unsereren Arbeitskollegen glauben schenken, dann hält das jetzt drei Monate an....Für die Singapurer fast so schlimm wie das derzeitige Tauwetter in Deutschland für die Deutschen :D. Die Regenzeit scheint dieses Jahr wirklich lang auf sich warten lassen zu haben. Man könnte beinahe geschlossene Schuhe vertragen :D und ein leichtes Jäckchen eventuell ;).

Lasst euch nicht wegschwemmen!!Und seid lieb gegrüßt :)

Was die Weihnachts- und Silvesterstorys müsst ihr euch noch etwas gedulden. Ich werde jetzt meinen Feierabend genießen und noch einwenig ausspannen, wenn´s gerade so schön regnet :).

Eure Daniel(l)a (Pronounce: d ae n y e ll ah), wie man mich hier nennt ;)

Mit dem TukTuk zur MRT

Montag, 10.01.2011

Bin gestern mit Gregor spontan TukTuk gefahren!!! Es war geniaaaal!! Auf der Ladefläche eines Pick-ups durch Singapur zu rauschen, hat irgendwie schon was vom großen Abenteuer. Jetzt ist es sogar schon soweit, dass Gregor und ich auf der Straße aufgegabelt werden und uns eine Mitfahrgelegenheit angeboten wird :). Unser Chef hat uns einsam und verlassen an der Bushaltestelle identifiziert, unser Bus war eben an uns vorbeigerauscht. Kurzerhand frachtierten wir uns auf die Ladefläche und ab gings mit wehendem Haar…..

Muharhar ;)

TukTuk fahrn kann ich nur empfehlen ;). Macht wirklich einen Heidenspaß!! :D Bin immer noch ganz begeistert.

mit wehender Mähhhne gings los :D

Oh, vielleicht solltet ihr wissen, dass das TukTuk hier das Fortbewegungsmittel der Arbeiter ist. Heißt von der Baustelle werden die Handwerker mit dem TukTuk direkt nach Haus gebracht oder zumindest ein Stück in die richtige Richtung befördert. Die Pick-ups sind somit eigentlich Baustellenfahrzeuge.

 

Die Weihnachts- und Silvesterstorys gibts das nächste Mal. Heute bin ich nämlich etwas im Stress.....Bin mal wieder spät dran und müsste eigentlich in 5min los....Keine Chance...Ein Glück wird das mit der Pünktlichkeit hier nicht so strikt gehalten!

HAPPY NEW YEAR meine Lieben....

So müssen sich VIP´s fühlen

Dienstag, 14.12.2010

Gregor und ich haben heute Abend spontan an einem Dinner quasi direkt vor der Tür, in der Lobby unseres Hauses -da wo wir Üblicherweise den Massagesessel finden ;)- teilgenommen. Dinner for FREE, die magischen drei Worte :D! Es stellte sich heraus, dass unsere 'Youth United' und andere Teenager damit den Erfolg verschiedener Projekte feierten mitsamt ihrer Familien. Anfangs waren Gregor und ich, wie immer die einzigen Europäer in der Runde, eher Randgäste und haben still aber kontinuierlich alles reingeschaufelt, was wir kriegen konnten und nebenbei noch etwas die Musik genossen -LIFE wohlgemerkt, von einer der Teenage-moms. Keiner schien wirklich Notiz von uns zu nehmen. Hier und da wurden wir beäugt, doch daran haben wir uns schon gewöhnt...... Vor allem die Inder machen ja keinen Heel daraus, wenn sie etwas 'interessant' finden. Da wird gestarrt bis der Erste umfällt! CRAZY die Inder :D. Am Ende der Veranstaltung musste ich meinen Eindruck jedoch revidieren. Man nahm wohl Notiz von uns, nur nicht ganz so aufdringlich, wie eine gewisse Bevölkerungsgruppe. Zuerst fragte der große Bruder eines unserer Kinder, um ein Foto mit mir und lockte mich mit einem 'You´re so pretty! Can i take a picture with u, please?'. Ihm folgten eine ganze Gruppe Jungs und Mädchen, die Gregor und mich in ihr Gruppenbild einbinden wollten. Und am Ende, typisch pubertär, bat ein Einzelner junger Mann, um ein Bild mit mir und seinem Freund. Irritation, denn außer ihm war niemand in Sicht. Als ich zugestimmt hatte, kam jedoch schon ein zweiter angesaust :D, mit der Erleuterung 'He´s shy!'. Wie leicht man 16 bis 19 jährige Pubertierende doch beeindrucken kann XD. Worüber ich allerdings nicht hinwegkomme ist, wie fest dieser Gedanke, jemand der weiß ist, ist automatisch schön, in den Köpfen verankert ist....

Dennoch ich fühle mich geehrt, so viele Komplimente an einem Abend, an dem ich mehr als feierabendreif, ungeduscht, völlig verschwitzt und noch in Arbeitskleidung unterwegs war, hab ich schon lange nicht mehr zu Ohren bekommen ;).

C´est la vie ;)

Bonne nuit mes amis.

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